Bohlenweg am Steinloher Damm in Darlaten

„Offensichtlich hat es in Nordwestdeutschland seit der Steinzeit ein umfangreiches Wegenetz mit zahlreichen Moorüberbrückungen gegeben.“ 1

"Seit 1991 laufen Ausgrabungen in Campemoor, die auf engstem Raum bisher 6 Pfahlwege (Bohlenweg) zutage gefördert haben. Der Älteste wurde um das Jahr 4.800 vor Christus angelegt und ist somit der älteste noch erhaltene, von Menschen angelegte Verkehrsweg der Welt! Der zweitälteste Weg stammt aus der Zeit um 4.100 v. Chr." (Entnommen: http://www.campemoor.de/?section=pfahlweg)

Im Großen Moor zwischen Diepholz und Lohne wurden 88 m Moorwegstrecke freigelegt und in Aurich-Tannenhausen weitere 400 m.  Beide „Moorbrücken“ stammen aus der Zeit zwischen 2650 v. Chr. Und 2350 v. Chr.. Beide Teilstrecken gehören zu einer gemeinsamen steinzeitlichen Straßenführung von 120 km Länge, wie Probegrabungen belegen konnten. An diesen Moorwegen wurden formgleiche (austauschbare) Achsenteile und andere Wagenreste gefunden, die auf einen „serienmäßigen Wagentypus“  der nordischen Steinzeit schließen lassen. In Oldenburg ist auf Grundlage dieser Befunde und der „Scheibenräder von Glum“ 2 eine Rekonstruktion (Maßstab 1:10) dieses lenkbaren Wagens erstellt worden.


Abb. 1: „Ausgrabungen am Moorweg“
Foto: Dr. Andreas Bauerochse,
Koordinator „Moora“-Projekt
mit freundlicher Genehmigung des NLD.
„Wahrscheinlich hatte es zwischen 2650 und 1500 v.Chr. in Nordwestdeutschland einen ziemlich einheitlichen Wagentyp gegeben. Als Neuerung sind seit 1500 v. Chr. auswechselbare Buchsen aus Weichholz nachgewiesen…“ 3
Nachdem die Untersuchungen am Fundort der Moorleiche im Großen Moor bei Darlaten/Uchte abgeschlossen waren, sind im Umfeld weitere Untersuchungen unternommen worden. Etwa 4 km nördlich des Fundes, jenseits der Siedlung Steinloh, wurde einem Hinweis zu einem Moorweg vom Palynologen Kurt Pfaffenberg aus dem Jahre 1950 nachgegangen. Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) legten einen sehr gut erhaltenen Bohlenweg frei, der durch Prospektionsmaßnahmen auf 500 m nachgewiesen werden konnte.  „Der Weg … besteht aus etwa 2 m breiten und bis zu 20 cm dicken Kiefernstämmen und –spaltbohlen. Vermutlich wurde er als Verbindungsweg zwischen dem nördlichen Moorrand und der aus dem Moor herausragenden Mineralbodeninsel, auf der sich heute die Siedlung Steinloh befindet, angelegt.“ 4 

Abb. 2: „Ausgrabungen am Moorweg“
Foto: Dr. Andreas Bauerochse,
Koordinator „Moora“-Projekt
mit freundlicher Genehmigung des NLD.

Der Bohlenweg am Steinloher Damm hat ein Alter von 3600 Jahren. 
Mittels C14-Analysen wurde er vom NLD auf das Jahr 1600 vor Chr. datiert. Er wurde also bereits ca. 1000 Jahre vor „dem Mädchen aus dem Moor“ in der Bronzezeit angelegt.

 

 

 



Der heutige Steinloher Damm verläuft nur wenige Meter neben dem Bronzezeitlichen Bohlenweg. Im Hintergrund (südlich) ist die „Mineralbodeninsel“ Steinloh zu erkennen, auf der sich die Moorschmiede befindet. Jenseits der Siedlung Steinloh befindet sich die Fundstelle von „Moora“.
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1. Reinhard Schneider, Wege und Wagen, in „Leben-Glauben-Sterben vor 3000 Jahren, Istensee, Oldenburg 1996, S. 342

2. Scheibenräder von Glum, Lkr. Oldenburg. Räder aus Erle und Buchsen aus Birke. Museum Oldenburg

3. Reinhard Schneider, Wege und Wagen, in „Leben-Glauben-Sterben vor 3000 Jahren, Istensee, Oldenburg 1996, S. 343

4. Pressemitteilung der NLD. Weitere Informationen unter www.archaeologieportal.niedersachsen.de/moora/aktuelles.html

Impressum, Wolf Schröppe, Darlaten 55, 31600 Uchte, info@moorschmied.de