Selber Bronze gießen! Bronzegusskurs (Workshop)
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Kursanmeldung: 05763 - 94 36 58

Sie wollen selber Bronze gießen? Bei diesem Workshop können Sie ihrem Gestaltungsdrang freien Lauf lassen.
Durch die unterschiedlichen Verfahren ist es möglich, je nach Bedarf, alle nur möglichen Formen in Bronze zu verwandeln.
Bei Abformungen organischer Stoffe lassen sich diese gleich in die Gießform aus Gipsschamott gießen und durch Ausbrennen in eine fertige Bronzegussform verwandeln. So können leicht kleinere Vollgußabbildungen hergestellt werden, beispiels-weise Nüsse, Obst o.Ä. , als Briefbeschwerer oder einfach zur Freude! Auch nicht zu filigrane Blumen lassen sich gießen: So haben wir gute Ergebnisse bei dem original Nachguß von Maiglöckchen erzielen können.
Nicht ausbrennbare Motive, wie z.B. Meeresmuscheln, können nach entsprechender Behandlung als Abdruck in Gießersand, als offene oder auch geschlossene Form gegossen werden.
Natürlich kann auch jede z.B. in Holz selbstgeschnitzte  oder in Ton modellierte Form gegossen werden. Ob als Relief oder als Vollguß, alles ist möglich.
Üblich ist jedoch das Modellieren in Wachs. Diese so hergestellten Formen werden in Gips gegossen, ausgebrannt, und der Hohlraum wird dann mit flüssiger Bronze gefüllt. Zum Entnehmen des Werkstückes wird die Gipsform zerstört. Man spricht hier von einer „verlorenen Form“, man kann also diese Form nur einmal gießen.
Sie sehen also, daß Ihren Ideen keine Grenzen gesetzt sind!
Nur die Größe hat Grenzen: maximal 25 cm.
Sind die Werkstücke zu dick, können beim Auskühlen durch Schrumpfung Risse entstehen. In diesem Fall ist ein Hohlguss angebracht. Dieses wesentlich komplexere Verfahren ist in der Moorschmiede auch möglich.
Ein weiterer Bestandteil des Kurses bildet die Nachbearbeitung: Mit Punzen, Hammer, Metallbürste und anderen Werkzeugen wird die gegossene Form vollendet. Nicht zuletzt kann noch eine passende Patina - und eventuell ein Sockel angefertigt werden.
Den Ideen sind zwar keine Grenzen gesetzt, nur der Zeit! Es bedarf auf jeden Fall einer guten Absprache, bevor der Kursteilnehmer seine Arbeit in Angriff nimmt. Und auch dann kann ja noch das Unvorhergesehene eintreffen…
Es bleibt immer wieder ein spannender Prozess.

Erlernen Sie das Bronzegießen!

Verfahren

  1. Zur einfachsten Technik gehört der offene Herdguß:

Hierfür ist nur eine Gußform nötig, in der die zu gießende Form in Negativ eingearbeitet ist. Die „Speise“ wird direkt vom Tiegel in die offene Form gegossen. So werden nur einseitig profilierte Stücke hergestellt, deren Rückseite in Folge der Erstarrung sehr ungenau bleibt.

  1. Besser ist der verdeckte Herdguß:

Hier wird auf die profilierte Gußform eine ebene Abdeckplatte gelegt, um einen besseren Abschluss zu erreichen.  In dieser Weise können Reliefs, Gürtelschnallen, Gewandnadeln, Broschen, kleine Messer und vieles mehr entstehen.

  1. Zweiteilige Gußformen

Bei doppelprofilierten Stücken, müssen zwei passgenaue Negativformen hergestellt werden. Die Fuge zwischen den Gußformhälften muß möglichst genau sein, um die Bildung unansehnlicher Gußnähte zu verhindern. So können komplexere Formen gegossen werden: Dolche, Dolchgriffe und andere historische Gegenstände, aber auch z.B. Muschelabdrücke und weitere selbstgestaltete Formen, die aber nicht „hintertrieben“ sind. Das heißt, die Negativform muß durch Abdruck erreicht werden können. Mit diesem Verfahren können wir kleinere Stücke in Sepia (Tintenfisch) auch in Edelmetall gießen. Größere Stücke werden in einer Gießersandform (Ölsand) fertiggestellt.
Noch komplexere Formen, die nicht mit dieser Technik gegossen werden können benötigen ein weiteres Verfahren:

  1. Das Wachsausschmelzverfahren (Verlorene Form)

Hier wird in Wachs jede beliebige Form modelliert die dann, versehen mit einem Eingußtrichter und den dazugehörigen Entlüftungskanälen, in Gipsschamott gegossen wird. Diese Form wird in langsam steigender Hitze bis zu 800 °C ausgebrannt, um dann mit flüssiger Bronze ausgegossen zu werden. Nach der Abkühlung wird die Gußform zerstört und das Kunstwerk zur Nacharbeit entnommen.

  1. Der Hohlguß

Bei größeren Kunstwerken oder auch bei Stücken mit einem Hohlraum (Speerspitzen, kleine Glocken, Griffe von Griffzungenschwertern, usw.) ist der Hohlguß angebracht. Bei letzteren ist ein metallener Kern in die Negativform zu setzen. Dieser muß mit Stiften so befestigt werden, daß er in der Form beim Gußvorgang nicht verrutscht. (An den auftretenden Haltestiftlöchern der Speerspitzen wurden in frühgeschichtlicher Zeit die Nieten zur Befestigung des Schaftes gesetzt.)
Schwieriger ist der Hohlguß komplexer Kunstwerke: Hier wird über dem vorgefertigten Kunstwerk (z.B. aus Ton) eine dünne Silikonschicht angebracht und das Ganze in eine mittig trennbare Gipsform gegossen. Diese Form wird nach Aushärtung geöffnet und das Original aus der Silikonform entnommen. Die Negativsilikonform (die ihren Halt in der Gipsform findet) wird mit flüssigem Wachs gefüllt. Wenn das Wachs langsam an den Rändern erstarrend eine gewisse Stärke erreicht hat, wird das restliche flüssige Wachs wieder ausgegossen. Nach Abkühlung des Wachses kann es aus der Silikonform entnommen werden, und wir halten eine Wachshohlform in Händen.  Mit Haltestiften versehen wird sie im üblichen Wachsausschmelzverfahren gegossen.

 

Bearbeitung

Die Nachbearbeitung geschieht immer auf die gleiche Weise und erfordert vor allem Eines: Geduld.
Es werden die kleinen „Engelsflügel“, die durch Haarrisse in der Form entstandenen „Auswüchse“ (Grate) mit der Punze entfernt. Das Werk muß mit Bürste und Feile gründlich gesäubert werden und so seinen natürlichen Glanz erhalten.
Der Eingußtrichter und die nun mit Bronze gefüllten Luftkanäle müssen sorgfältig entfernt werden, sodaß keine nennenswerte Spuren bleiben.

Schließlich wird das Werk mit einer passenden Patina veredelt.

Beispiele

Was kann in der Moorschmiede entstehen?

Grundsätzlich sind der künstlerischen Eingebungskraft keine Grenzen gesetzt. Im Folgenden sind einige Beispiele zu finden, die als Einblick und Anregung dienen können.









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