Landschaftsimpressionen

Öde heißt man das Moor und traurig und verlassen. Wer es so schimpft, der kennt es nicht. Niemals sah er es um diese Zeit. Sein feinstes Kleid hat es an, ein sammetbraunes, das mit grüner Seide benäht ist, mit weißem Pelz verbrähmt, und goldene Spangen funkeln daran. Im Frühherbst, wenn die Heide blüht, dann gewinnt dem Moore jeder Mensch Geschmack ab, und auch im Spätherbst, wenn das Birkenlaub goldgelb leuchtet, findet man es schön, jetzt fährt man an ihm vorüber.

Es ist eine seltsame Welt für sich, dieses Moor, eine Welt, die so gar nicht in unsere Zeit passt. Wer durch das Moor geht, lernt es erst recht kennen in seiner erhabenen Ruhe, und fährt er in der Kühle zurück und kommt in die dumpfe, laute Stadt hinein, dann weiß er, wo er sich ausruhen kann, wird ihm des städtischen Lebens bunte Hast einmal zuviel.

Er geht in das Moor. –

-Hermann Löns-

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