Höhepunkt der heimischen Bronzegießerkunst: Die Luren

Abb. 2

Dieses frühzeitliche Musikinstrument erhält seinen Namen aus dem Altnorwegischen. Es sind die anspruchsvollsten Produkte bronzezeitlicher Gießtechnik. Die meisten Funde stammen aus Dänemark, aber sie wurden auch in Schweden, Norwegen und Norddeutschland gefunden.
Aus Niedersachsen ist nur ein Fund belegt: Die Lure von Garlstedt; leider sind nur Fragmente erhalten.
Die Fundumstände sind auffallend ähnlich: Sie stammen meist aus Mooren, wo man sie zuweilen neben einem großen Findling oder auch unter einer Steinplatte fand. Auffallend ist, daß die meist noch spielbaren Instrumente häufig als spiegelbildlich gedrehte Paare gefunden wurden. In dieser Weise sind die Luren paarweise auch auf einer Felszeichnung von Kalleby in Bohuslän, Schweden zu sehen.
„Im Gegensatz zu unseren heutigen Blechblasinstrumenten, die aus einer Tafel Messingblech geschnitten, über einem Bleikern gehämmert und hart gelötet werden, sind die Bronzeluren gegossen und zwar bei einer Wandstärke von nur l mm so meisterhaft, daß es keinem heutigen Bronzegießer gelungen ist, ein gleichdünnes Rohr herzustellen. Unser Rohr hat, entlang den Windungen gemessen, eine Länge von 109 cm und ist in mindestens 4, wahrscheinlich aber in noch mehr Einzelstücken nach dem Wachsausschmelzverfahren gegossen worden…“


Abb. 3, Bronzezeitliche Felszeichnungen

 

Beim Spielen der Lure erklingt ein „starker, aber doch weicher Klang, der durch die dünne Wandung des Rohres noch besonders klar wird. Der Tonumfang beträgt bis zu 12 Tönen und 3,5 Oktaven. Wo die Luren paarweise gefunden wurden, sind sie genau gleich gestimmt und stehen in C, Es, E oder G.“
„Einige der in den dänischen Mooren gefundenen Luren sind so gut erhalten, daß sie noch heute geblasen werden können. Und dies geschieht in Kopenhagen alljährlich am Tage der Sommersonnenwende, wobei die Zuhörer ergriffen den Tönen der Hörner lauschen, die ihre Vorfahren schon vor 3000 Jahren weihevoll erklingen ließen.“ 1.

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1. Prof. Dr. K. H. Jacob-Friesen, Einführung in Niedersachsens Urgeschichte, Bronzezeit, Hildesheim,1963, S.350ff

Abb.1: Zeichnung von W. Petersen aus Dr. Jörg Lechler, 5000 Jahre Deutschland, Leipzig, 1937

Abb. 2 und 3: Aus Dr Jörg Lechler, 5000 Jahre Deutschland, Leipzig, 1937

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